Knotenkunde

Lernbehelf

Schiffsführerpatent –

10 m – Seen und Flüsse

Knotenkunde

Seemannsknoten dienen zum Sichern einer Leine, zum Verbinden zweier Leinen oder zum Festmachen an einem Gegenstand. Richtig gebunden, bieten Sie zuverlässig Halt und sind auch nach hoher Belastung und im nassen Zustand wieder leicht lösbar. Der Begriff Seil wird in der Schifffahrt nicht verwendet. Je nach Länge oder Stärke wird Tauwerk als „Leine“, „Bändsel“, „Ende“, oder „Trosse“ bezeichnet. Das Wort „Tau“ verwendet man nur in zusammengesetzter Form, wie z.B. in Tauwerk.

  • „Ende“ .................... ein kurzes Stück Leine

  • „Bändsel“, .............. sehr dünnes Ende (auch „Reepschnur“)

  • „Trosse“ ................. sehr starke, schwere Leine (für die Großschifffahrt)

  • „Tampen“ ............... die beiden Endstücke eines Tauwerkes

  • die „feste Part“ ....... der fertig befestigte Tampen, der nicht weiter beknotet wird

  • die „lose Part“ ........ der freie Tampen, der zur Befestigung noch zu beknoten ist

  • „Bucht“ ................... U-förmiger Verlauf eines Tauwerkes, in Haarnadelform gelegtes Tauwerk

  • „Auge“ .................... eine Bucht, deren Parten sich überkreuzen

  • „Rundtörn“ ............. eine um 360° um ein Objekt (Pfahl, Ring, Klampe) gelegte Umwicklung

  • „Halber Schlag“ ...... Umwicklung der festen Part mit der losen Part

  • „…knoten“ ............... alles, was allein stabil ist, z.B. Achtknoten, Pfahlknoten

  • „…stek“ ................. alles, was nur mit weiteren Gegenständen stabil ist, z.B. Schotstek, Slipstek, Stopperstek, Webeleinenstek; (Palstek ist eine systematisch falsche Bezeichnung für den „Pfahlknoten“)

  • "Belegen" ............... seemännisches Befestigen einer Leine an einem Fixpunkt (Poller, Klampe, Ring)

  • „… auf Slip“ ............ Knotenabschluss mit durch Zug bekniffener Bucht; zum kurzzeitigen Belegen und schnellen lösen (auch unter Last) einer Leine

Bunsch:

Die durch das “Aufschießen” einer Leine und die nebenstehend abgebildete Fixierungsmaßnahme entstehende Bunsch dient zur Aufbewahrung gerade nicht verwendeter Tauwerke. An der Leine hängend verzieht sie sich nicht durch ihr eigenes Gewicht.

Weitere drei Varianten für einen Seilbund

Achtknoten:

Ein Leinen-Endknoten, der das Ausrauschen (Durchrutschen) eines Endes durch einen Block oder ein Auge verhindert. Lässt sich auch nach starker Belastung durch Schieben lösen.

Einfacher und doppelter Schotstek:

Beide Steks verbinden zwei ungleich starke Leinen, wobei das dünnere Ende immer durch die Bucht des stärkeren gesteckt wird.

Ist der Stärkenunterschied sehr groß, so bindet man immer den doppelten Schotstek.

Webeleinenstek:

… wird in vielen Berufs- und Lebensbereichen angewandt.

Man legt zwei Augen so übereinander, dass die beiden Tampen mittig heraus geführt werden. Der Webeleinenstek muss aber auch gesteckt werden können, falls die vorhandene Befestigungsachse nicht überworfen werden kann (geschlossener Ring).

Vorsicht:

Ungesichert und ohne Zug kann er lose werden (zB. bei Wellengang), daher abschließend mit einem halben Schlag sichern.

Eineinhalb Rundtörns und zwei halbe Schläge:

… werden zum schnellen und sicheren Festmachen verwendet und ist auch unter Zug leicht zu lösen. Zunächst werden drei halbe Rundtörns um die Befestigungsachse gelegt, anschließend ein Webeleinenstek um die feste Part gesteckt. - festziehen

Belegen einer Klampe:

Zunächst wird ein Rundtörn um den Klampenfuß gelegt, dann mindestens zwei, höchstens drei Kreuzschläge und zuletzt einen Kopfschlag der sich durch Zug bekneift.

In dieser Abbildung „auf Slip gelegt“

Einfacher Palstek (Pfahlknoten):

Der einfache Palstek ist der Universal-Knoten schlechthin und soll von jedem Schiffsführer und Crewmitglied auch blind beherrscht werden. Er gelangt überall dort zur

Anwendung, wo ein sich nicht selbst zuziehendes Auge nötig ist.

Doppelter Palstek:

Dieser sieht zwar ähnlich wie der einfache aus, wird aber anders gemacht. Er wird eingesetzt, wenn das Auge starken Beanspruchungen (z.B. Scheuern) unterworfen ist, oder wenn ein Auge an einer Leine gemacht werden soll, deren Tampen nicht frei sind.

SCHALLZEICHEN:

Die in dieser Verordnung vorgesehenen Schallzeichen müssen in Tönen von gleichbleibender Höhe gegeben werden.

Der Schalldruckpegel der Schallzeichen muss - gemessen in 1 m Entfernung vor der Mitte der Trichteröffnung - zwischen 100 dB (A) und 125 dB (A) betragen.

Definition der Schallzeichen

SCHALLZEICHEN der FAHRZEUGE

NOTSIGNALE

SCHALLZEICHEN der ANLAGEN

Fahrregeln

Allgemeine Verhaltensregeln

Der Schiffsführer hat jedes Manöver, das bei Anwendung der Fahrregeln erforderlich wird, deutlich erkennbar und rechtzeitig auszuführen. Ein ausweichpflichtiges Fahrzeug ist bei Bedarf auf seine Ausweichpflicht durch Schallzeichen aufmerksam zu machen. Kommt der Ausweichpflichtige seiner Verpflichtung nicht nach, so muss der Kurshalter eine Kollision durch ein „Manöver des letzten Augenblicks“ vermeiden. Bei diesem Manöver weicht das Fahrzeug mit Wegerecht immer in Fahrtrichtung des Kollisionsgegners aus, um eine Frontalkollision weitestgehend zu vermeiden. Der Schiffsführer hat die Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, dass er jederzeit in der Lage ist, seinen Verpflichtungen im Verkehr nachzukommen.

Allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkungen sind:

Grundsätze für das Begegnen

Das Begegnen oder Überholen ist nur gestattet, wenn das Fahrwasser unter Berücksichtigung aller örtlichen Umstände und des übrigen Verkehrs hinreichenden Raum für die Vorbeifahrt gewährt. Fahren zwei Fahrzeuge auf kreuzenden Kursen, muss das Fahrzeug, welches das andere auf seiner Steuerbordseite hat, ausweichen. Ein Kreuzen des Kurses vor dem anderen Fahrzeug ist zu vermeiden.

Sind die Kurse zweier Fahrzeuge entgegengesetzt oder nahezu entgegengesetzt, muss jedes Fahrzeug nach Steuerbord ausweichen. Die Vorbeifahrt erfolgt Backbord an Backbord.

Abweichend davon kann der Schiffsführer in Ausnahmefällen verlangen, dass die Vorbeifahrt Steuerbord an Steuerbord erfolgt. Dies kann er nur dann machen wenn er sich vergewissert hat, dass dies ohne Gefahr möglich ist. In diesem Fall hat er vor dem Manöver zwei kurze Töne zu geben. Das entgegenkommende Fahrzeug muss gleichfalls mit zwei kurzen Tönen bestätigen und dann an Steuerbord den erforderlichen Raum freigeben.

Reicht beim Begegnen auf Flüssen, insbesondere im Bereich von Brücken, der Raum zur gefahrlosen Vorbeifahrt nicht aus, so hat das zu Berg fahrende Fahrzeug unterhalb der Engstelle die Vorbeifahrt des zu Tal fahrenden Fahrzeuges abzuwarten. Wenn es die Sicherheit des Verkehrs erfordert, ist die Annäherung an eine Brücke rechtzeitig durch einen langen Ton anzukündigen. In der Regel ist in der Nähe von Brücken das Begegnen und Überholen verboten.

Grundsätze für das Überholen

Das Überholen ist nur gestattet, wenn sich der Überholende vergewissert hat, dass dieses Manöver ohne Gefährdung oder Behinderung anderer Fahrzeuge ausgeführt werden kann. Grundsätzlich muss der Überholende an Backbord des Vorausfahrenden vorbeifahren. Ist das Fahrwasser hinreichend breit, kann der Überholende den Vorausfahrenden auch an Steuerbord überholen.

Ausweichpflicht

Ausweichpflichtige Fahrzeuge oder Schwimmkörper müssen den anderen Fahrzeugen oder Schwimmkörpern den für deren Kurs und zum Manövrieren notwendigen Raum lassen. Beim Begegnen und Überholen gilt für das Ausweichen folgende Rangordnung:

Die jeweiligen Fahrzeuge bzw. Schwimmkörper müssen allen in der Rangordnung über ihnen stehenden Fahrzeugen bzw. Schwimmkörpern ausweichen.

Ausnahmebestimmungen

Die Bezirksverwaltungsbehörde kann für Wassersportveranstaltungen, Bootsrennen, Wasserfeste und dergleichen Ausnahmebewilligungen erteilen. Außerdem sind im Einsatz befindliche Fahrzeuge des öffentlichen Sicherheitsdienstes, der Wasserbauverwaltung, der Zollverwaltung, des gewässerkundlichen Dienstes, des Feuerlöschdienstes und Fahrzeuge, die Zwecken der Rettung und Hilfeleistung dienen, von einigen Bestimmungen (Schifffahrtszeichen, Fahrregeln, Uferzone) insoweit befreit, als es die Erfüllung ihrer Aufgaben unbedingt erfordert.

Nautische Begriffe

Inbetriebnahme vor Fahrantritt

Fahrbetrieb

Anlegen am Steg

Mensch über Bord – Manöver (MOB)

Wenn ein Mannschaftsmitglied oder ein Passagier unbeabsichtigt über Bord geht, so ruft derjenige, dem dies zuerst auffällt, laut: „Mensch über Bord!“. Der Schiffsführer wiederholt diesen Alarmruf, sodass alle Besatzungsmitglieder informiert sind und teilt einen geeigneten Beobachter ein. Falls man allein an Bord zurückbleibt, macht es dennoch Sinn „Mensch über Bord!“ zu rufen; da der über Bord Gegangene dies hört, wird es ihn beruhigen, dass sein Verschwinden bemerkt wurde. Jetzt ist rasches Handeln erforderlich. Die Antriebsmaschine ist sofort auf Leerlauf zu stellen und beim Ausgleiten des Bootes hat der Bootsführer sich Übersicht zu verschaffen und nach dem Verunglückten Ausschau zu halten (eventuell Landmarkenpeilung). Nach Überprüfung der ungehinderten und freien Fahrt hat der Schiffsführer das unter den Seglern bekannte Manöver, den „WILLIAMSON TURN“ einzuleiten. Bei dieser Methode wird nach dem Umkehren möglichst genau im alten Fahrwasser zurückgefahren.

..und hier noch einige Knoten :-)